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Grauimporte: Kamerakauf im Ausland legal & sicher?

Machen wir uns nichts vor: Eine komplette Kameraausr├╝stung ist teuer. Neben der eigentlichen Kamera, kommen noch Objektive dazu, ein Stativ, Taschen, Speicherkarten, Ersatzakkus und, und, und. Also warum nicht ein paar Euro sparen und deine neue Kamera gleich im Ausland bestellen? In diversen Onlineshops wie “e-infinity” und “hdew cameras” sind die Preise deutlich g├╝nstiger als in Deutschland. Oft handelt es sich dabei um sogenannte Grauimporte. Was das genau ist und welche Vorteile bzw. Nachteile das hat, erkl├Ąren wir dir in diesem Artikel.

Was steckt hinter dem Begriff Grauimport?

Wenn du das Wort Grauimport liest, wirst du vermutlich erstmal an etwas total Illegales denken. Vielleicht sogar, dass die Sachen nur auf einer Art Schwarzmarkt zu bekommen sind. Dabei steckt dahinter erstmal nichts weiter als eine andere Form des Importes.

Im Prinzip bezeichnet der Grauimport n├Ąmlich Waren, die nicht vom Hersteller autorisiert nach Europa gelangt sind. Zum Beispiel sind manche elektronische Gadgets nur f├╝r den asiatischen Markt bestimmt. Wenn ein H├Ąndler sich nun ├╝ber nicht offizielle Wege Kameras und Objektive einkauft, handelt es sich um Grauimporte.

Durch unterschiedliche Marktbedingungen und Steuern etc. k├Ânnen die g├╝nstigeren Preise an Endkunden wie dich weitergegeben werden.

Sind Grauimporte von Kameras und Objektiven illegal?

Es kommt darauf an. Werden Originalprodukte ohne das Okay des Herstellers aus Asien (oft ├╝ber Hongkong) oder anderen L├Ąndern au├čerhalb der EU importiert, dann bewegen wir uns im Bereich der Parallelimporte. Diese fallen in Deutschland unter das Markenrecht und sind verboten.

Innerhalb der EU beschaffte Ware, die vom Markeninhaber freigegeben wurde, ist nicht illegal.

Vor- und Nachteile beim Kauf von Grauimporten

Beginnen wir mit den (wenigen) Vorteilen:

  • in der Regel voll funktionst├╝chtige Ger├Ąte ohne Einschr├Ąnkungen
  • zum Teil deutlich g├╝nstigerer Preis

Die Nachteile k├Ânnen sein:

  • eventuell Einfuhrumsatzsteuer zus├Ątzlich zum Kaufpreis (bei einer 2.000 ÔéČ teuren Kamera satte 380 ÔéČ)
  • Risiko, auf Plagiate reinzufallen (also vorher ├╝ber den Shop informieren!)
  • m├Âglicherweise nur englisches Men├╝ oder andere softwareseitige Einschr├Ąnkungen
  • schlechterer H├Ąndlerservice bei Reklamationen
  • Verzicht auf Herstellergarantie (manche H├Ąndler bieten aber z.B. freiwillige Garantie, auf die allerdings keinen Anspruch besteht)
  • Hersteller kann eine Reparatur von Grauimporten ablehnen oder dich daf├╝r zur Kasse bitten (siehe Punkt Verzicht auf Garantieleistungen)
  • EU-Verbraucherschutz greift nicht
  • Wiederverkauf bei Ebay kann weniger Geld bringen

Grauimporte und die Preisersparnis

Hier ein paar Preisbeispiele, wie viel du beim Kauf eines Grauimportes ├╝ber den britischen Onlineh├Ąndler “e-infinity” sparen kannst.

Dort kostet die Canon EOS R6 (nur der Body) 2.299 ÔéČ. Bei offiziellen deutschen H├Ąndlern wie Saturn musst du noch 200 ÔéČ drauflegen, zahlst also zum aktuellen Zeitpunkt 2.499 ÔéČ.

Anderes Beispiel: Die Sony Alpha 7 III mit 28-70er Objektiv bekommst du “grau” f├╝r 1.719 ÔéČ. Bei Foto Mundus betr├Ągt der Preis ca. 2.069 ÔéČ. Macht eine Ersparnis von 350,00 ÔéČ. Nicht so ├╝bel.

Fazit zum Kamerakauf im Ausland bzw. Grauimporten

So verlockend der Preis auch ist, im Zweifelsfall musst du vielleicht trotzdem draufzahlen. Sei es in Form mangelnder Garantieanspr├╝che, beim Zoll oder beim Wiederverkauf im Internet. Letztendlich musst du also selbst f├╝r dich entscheiden, ob es dir das anf├Ąnglich gesparte Geld wert ist oder du auf Nummer sicher gehen willst.

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